Das Sprachenporträt: Wir zeichnen unser Spracherleben

Das Sprachenporträt ist eine kreative Gestaltung des eigenen Sprachrepertoirs, die subjektive Perspektiven der SchülerInnen in mehrsprachigen Kontexten sichtbar macht.

Die Methode stammt aus einer Idee von Gogolin und Neumann, die im Laufe der Jahre weiterentwickelt wurde.

Ich habe die SchulerInnen des „Arcobaleno“ Projekts eingeladen, über ihre eigene Sprachenvielfalt nachzudenken und sie haben festgestellt, dass sie alle mehrsprachig sind.

Wir haben die Mehrsprachigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven analysiert: Welche Sprachen sprichst du zuhause? In der Schule? Mit deinen Freunden? Welche Sprachen magst du gerne? Welche Sprachen hörst du oft und welche Sprachen begegnen dir in deiner Lebenswelt?

Ich habe nach einer kurzen Nachdenkpause eine Körpersilhouette (DIN A4 Format) verteilt. Jedes Kind entschloss sich, jeder Sprache eine Farbe zuzuteilen und rechts des Bildes als Legende einzutragen. Den Kindern wurde erstmals Freiraum gelassen, die Figur so zu gestalten, wie sie wollten. Eine Reflexion ohne externe Einflüsse. Anschließend wurde darum gebeten, die Porträts mündlich vorzustellen. Die Farben und die ausgewählten Körperteile für eine bestimmte Sprache spiegeln einzigartige und abwechslungsreiche Lebenskontexte und die damit verbundene Emotionen und Gefühle.

A. sagt: „ Deutsch platziere ich im Kopf, weil ich jeden Tag Deutsch spreche aber ich trage es auch im Herzen. In meinen Beinen, da ich viel durch Deutschland gehe.

Italienisch im Oberkörper, in der Nähe des Herzens und im Bauch, weil mein Körper wächst und ich bin mit Italienisch seit der ersten Klasse aufgewachsen und weil ich oft Italienisches esse.

Französisch ist in den Armen, weil ich mich viel im Unterricht bewege.

Englisch ist auch im Kopf in der Nähe der Augen, da ich ein bisschen schon die Sprache spreche und Programme schaue.

Spanisch nur ein bisschen, weil ich spanische Armbänder habe“

B. sagt: „Deutsch ist im Kopf, weil ich die Sprache immer spreche.

Italienisch ist im Herzen, weil ich die Sprache so sehr liebe.

Französisch ist in den Armen, weil sie neben dem Kopf sind. Genauso wie Frankreich ist nah am Deutschland.

Englisch habe in den Beinen platziert, da ich oft gestresst bin, wenn ich Englisch lerne und rede mit mir selbst und sage: Geh lieber Schritt für Schritt langsam nach vorne“.

C. sagt: „Deutsch ist bei mir im Kopf, weil ich auf Deutsch denke und spreche.

Allerdings ist mein ganzer Körper Italienisch. Das ist die Sprache meiner Familie, ich liebe das Land und ich will oft dahin“.

D. sagt: „Italienisch liegt bei mir im Kopf, weil ich immer an Italien denke und mein Herzen schlägt auch dafür.

Mein Körper ist Deutsch, weil ich Deutschlands Luft atme und liebe die Sprache, genauso wie Italienisch und ein bisschen Französisch.

Ukrainisch ist in den Augen, weil ich vieles über das Land im Fernsehen gelernt habe und oft an die Situation denke“.

E. sagt: “Im Kopf habe ich Italienisch, Französisch und Deutsch, weil ich viel in diesen Sprachen spreche und nachdenken muss. Deutsch habe ich am meisten im Körper, weil ich einfach die Sprache am besten kann.

Mein Herz schlägt für Deutsch und Italienisch. Ich kann nicht so viel Englisch, deswegen ist nur ein bisschen in der Nähe von den Armen.

Mit Italienisch freue ich mich riesig, ich liebe die Sprache. Französisch an den Beinen weil ich es nicht ganz so gerne mag aber ich auch nicht hasse“.

F. sagt: „Deutsch ist im Kopf, weil ich die Sprache spreche. Italienisch im Hals, weil ich es sehr mag aber ich kann es noch nicht gut und deswegen bleiben die Wörter im Hals (stecken).

Türkisch im Bauch und im Herzen, weil das ist die Sprache meiner Familie. Ukrainisch in den Armen, wegen des Krieges. Der Krieg macht man mit den Armen und mit den Händen.

Englisch im Unterkörper, weil ich die Sprache gerne mag und mich viel im Unterricht bewege“.

G. sagt: „Eigentlich bin ich ganz Italiener. Nur in meinem Kopf habe ich auch Deutsch. Ich spüre Italien überall in meinem Körper. Englisch ist in den Händen, weil ich viel praktisch mache. Französisch ist im Fuß, weil ich nach Frankreich oft fahre“.


Lehrerin: Gabriella D´Introno

Kurs: Projekt Arcobaleno

Schule:


Hier eine kleine Sammlung der Kunstwerke:




22 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen